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Was ist der Hintergrund?

Seit dem 19. Jahrhundert übernahmen staatliche Institutionen zunehmend die Fürsorge für Menschen, die als arm und gefährdet galten. Dabei ging es nicht nur um Hilfe, sondern auch um Kontrolle. Unterstützung war oft mit strengen Regeln und Strafen verbunden.

Besonders bei Familien und Kindern griff der Staat stark in das Leben der Betroffenen ein, meist ohne gerichtliche Kontrolle.

Mädchen im Mädchenheim Stäfa, Dorinastift, ca. 1920. Foto: Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde (SGV)
Mädchenheim Stäfa: Wäschetrocknen, SGV_02D_00063,
© Empirische Kulturwissenschaft Schweiz (EKWS)

Für viele Betroffene bedeuteten solche Eingriffe tiefe Einschnitte ins Leben. Familien wurden auseinandergerissen, Kinder fremdplatziert, oft wiederholt und über Generationen hinweg.

Viele fühlten sich machtlos gegenüber den Behörden. Ihre Situation verbesserte sich selten. Stattdessen hatten die staatlichen Massnahmen oft negative körperliche und seelische Folgen.

Bis 1981 ordneten kommunale oder kantonale Behörden im Namen staatlicher Fürsorge Massnahmen an. Diese wurden ohne gerichtliche Überprüfung und nicht aufgrund von Straftaten, aber unter Zwang gegenüber den Betroffenen durchgeführt.

Versorgung

Entmündigung

Fremdplatzierung

Kindswegnahme

Sterilisation

Kastration

Adoption

Das erlebte Leid blieb häufig unausgesprochen und wirkte sich tiefgreifend auf zwischenmenschliche Beziehungen und das familiäre Umfeld aus.

Die Zeichen der Erinnerung im Kanton Zürich erinnern an diese Geschichten. Viele von ihnen wurden noch nie oder nicht gerne erzählt. Und manche wirken bis heute nach.

Gruppenbild vor der Rettungs-Anstalt Friedheim bei Bubikon/ZH - Bilder aus Anstalten des Schweizerischen Armenerziehervereins zur Landesausstellung Bern 1914
Gruppenbild vor der Rettungs-Anstalt Friedheim bei Bubikon/ZH - Bilder aus Anstalten des Schweizerischen Armenerziehervereins zur Landesausstellung Bern 1914, Sozarch_F_Fe-0003-003,
© Schweizerisches Sozialarchiv

Wie sieht es bei Ihnen aus?

Sind Ihnen solche Geschichten um Fürsorge und Zwang schon begegnet?

Wachsende Erinnerung

Zahlreiche Kantone haben in jüngster Zeit Zeichen der Erinnerung an Menschen gesetzt, die Opfer von fürsorgerische begründeten Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen wurden. Der Kanton Zürich macht das zusammen mit einer wachsenden Anzahl Zürcher Gemeinden. So entstanden und entstehen in der Schweiz zahlreiche kleine Orte des Gedenkens.

Die gelb markierten Zürcher Gemeinden sind bereits dabei.

  • Adliswil
  • Aesch
  • Aeugst am Albis
  • Affoltern am Albis
  • Altikon
  • Andelfingen
  • Bachenbülach
  • Bachs
  • Bauma
  • Bäretswil
  • Bassersdorf
  • Benken
  • Berg am Irchel
  • Birmensdorf
  • Bonstetten
  • Boppelsen
  • Brütten
  • Bubikon
  • Buch am Irchel
  • Buchs
  • Bülach
  • Dachsen
  • Dägerlen
  • Dällikon
  • Dänikon
  • Dättlikon
  • Dielsdorf
  • Dietikon
  • Dietlikon
  • Dinhard
  • Dorf
  • Dübendorf
  • Dürnten
  • Egg
  • Eglisau
  • Elgg
  • Ellikon an der Thur
  • Elsau
  • Embrach
  • Erlenbach
  • Fällanden
  • Fehraltorf
  • Feuerthalen
  • Fischenthal
  • Flaach
  • Flurlingen
  • Freienstein-Teufen
  • Geroldswil
  • Glattfelden
  • Gossau
  • Greifensee
  • Grüningen
  • Hagenbuch
  • Hausen am Albis
  • Hedingen
  • Henggart
  • Herrliberg
  • Hettlingen
  • Hinwil
  • Hittnau
  • Hochfelden
  • Hombrechtikon
  • Horgen
  • Höri
  • Hüttikon
  • Hüntwangen
  • Illnau-Effretikon
  • Kappel am Albis
  • Kilchberg
  • Kleinandelfingen
  • Kloten
  • Knonau
  • Küsnacht
  • Langnau am Albis
  • Laufen-Uhwiesen
  • Lindau
  • Lufingen
  • Männedorf
  • Marthalen
  • Maschwanden
  • Maur
  • Meilen
  • Mettmenstetten
  • Mönchaltorf
  • Neerach
  • Neftenbach
  • Niederglatt
  • Niederhasli
  • Niederweningen
  • Nürensdorf
  • Oberembrach
  • Oberengstringen
  • Oberglatt
  • Oberrieden
  • Oberweningen
  • Obfelden
  • Oetwil am See
  • Oetwil an der Limmat
  • Ottenbach
  • Otelfingen
  • Opfikon
  • Ossingen
  • Pfäffikon
  • Pfungen
  • Rafz
  • Regensberg
  • Regensdorf
  • Rheinau
  • Rickenbach
  • Richterswil
  • Rifferswil
  • Rorbas
  • Rüschlikon
  • Rümlang
  • Russikon
  • Rüti
  • Schlatt
  • Schleinikon
  • Schlieren
  • Schöfflisdorf
  • Schwerzenbach
  • Seegräben
  • Seuzach
  • Stadel
  • Stallikon
  • Stammheim
  • Steinmaur
  • Stäfa
  • Thalheim an der Thur
  • Thalwil
  • Trüllikon
  • Truttikon
  • Turbenthal
  • Uitikon
  • Uetikon am See
  • Unterengstringen
  • Urdorf
  • Uster
  • Volketswil
  • Volken
  • Wädenswil
  • Wald
  • Wallisellen
  • Wangen-Brüttisellen
  • Wasterkingen
  • Weiach
  • Weiningen
  • Weisslingen
  • Wetzikon
  • Wettswil am Albis
  • Wiesendangen
  • Wil
  • Wila
  • Wildberg
  • Winkel
  • Winterthur
  • Zell
  • Zollikon
  • Zumikon
  • Zürich

Mit fünf Gemeinden wurde 2024/2025 ein Pilotprojekt umgesetzt. Nun können sich weitere Gemeinden dem Projekt anschliessen.

Ihre ist noch nicht dabei?

Hier klicken und eine Gemeinde auswählen.

Ausgewählte Erinnerungspunkte

Animierter Entscheid des Waisenamtes Stäfa zur Versorgung von Heinrich Bosshard.

Heinrich Merki, 
geb. 1884

Administrativ versorgt

 Gruppenbild mit Kindern und Erwachsenen vor der Rettungs-Anstalt Friedheim bei Bubikon/ZH.

Zeichen 
der Erinnerung

im Kanton Zürich

Animierte Seiten aus dem Buch «Heime für die schwererziehbare Jugend in der Schweiz» von 1933 zeigt die Heimvielfalt.

Anstaltslandschaft

Flächendeckend und zweckorientiert

Zufällig einsteigen

Das angestrebte Ziel ist, dass das Netz aus Erinnerungspunkten immer dichter gewoben wird. So können mehr und mehr Gemeinden, Institutionen, Schicksale und Geschichten aus dem Kanton Zürich miteinander verknüpft werden. Das Bild wird damit immer vollständiger und facettenreicher.

Wie können wir uns beteiligen?