Schaufenster

1
Zeichen 
der Erinnerung
im Kanton Zürich

Diese Zeichen erinnern an das Leid, das Menschen im Namen staatlicher Fürsorge ertragen mussten – damit dieses Unrecht nicht wieder in Vergessenheit gerät.

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2
Bürgerasyl Uster
Versorgungen im Alters- und Erziehungsheim

Eigene Alters- oder Bürgerasyle wurden oft nicht nur errichtet, um Bürgerinnen und Bürger zu helfen, sondern auch um Kosten zu sparen.

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3
Familie Schiesser
Kinder weggenommen und heimplatziert

Arm trotz Arbeit. Dies betraf auch die Familie Schiesser, die hier im Schooren lebte und deren Vater in der hiesigen Gerberei arbeitete. Das Waisenamt Stäfa nahm ihr die Kinder weg.

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4
Heinrich Merki, 
geb. 1884
Administrativ versorgt

Er war arbeitslos, verschuldet und aus Sicht der Behörden in Stäfa verwahrlost. Deshalb wurde Heinrich Merki in eine Zwangsarbeitsanstalt eingewiesen.

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5
Heil- und Pflegeanstalt Rheinau
Psychiatriealltag in Rheinau

Die Heil- und Pflege­anstalt Rheinau war eine der grössten psychiatrischen Einrichtungen in der Schweiz. In ihrer Geschichte zeigt sich die wachsende Macht psychiatrischer Expertise in der staatlichen Fürsorge.

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6
«Renitent und uneinsichtig»
Administrativ versorgt

Nach der Scheidung der Eltern wurde der jüngste Sohn versorgt. Seine Auflehnung führte zu Einweisungen in immer strenger geführte Heime, bis er schliesslich in der Arbeitserziehungsanstalt untergebracht wurde.


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7
Susanne Weibel, 
geb. 1904
Entmündigt und administrativ versorgt

Susanne Weibel liess sich freiwillig bevormunden. Als sie diesen Entscheid rückgängig machen wollte, wurde ihr Antrag abgelehnt.

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8
Albert Spiess, 
geb. 1935
Administrativ versorgt

Albert Spiess aus Wald war einer von ihnen. Mit präventiven Versorgungen in Erziehungsheime disziplinierten Behörden junge Menschen, denen ein «Lotterleben» nachgesagt wurde.

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9
Albert Schmid, geb. 1906
Familie aufgelöst und sterilisiert

Nachdem die Armenbehörde die Familie Schmid aufgelöst hatte, beging die Mutter Selbstmord und die Kinder wurden fremdplatziert. Der Vater kämpfte von da an gegen die Behörden.

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10
Der «Prachtsbürger», 
geb. 1928
Fremdplatziert und entmündigt

«Prachtsbürger» nannte ihn das Waisenamt ironisch. 1957 wird ein junger Mann nach Wettswil heimgeschafft. Für die kleine Gemeinde, mit der er nur auf dem Papier verbunden war, wird er unvermittelt zum Kostenpunkt.

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11
Bürgerasyl Wald
Armenhaus mit Erziehungscharakter

Altersheim, Unterkunft für mittellose Bürger – oder doch Erziehungsheim? Das Bürgerasyl in Wald diente vielen Zwecken.

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12
Nelly Leemann, 
geb. 1913
Administrativ versorgt

Mit 18 Jahren kam Nelly Leemann in ein Heim. Die Behörden in Stäfa und der Amtsvormund sahen eine sittliche Gefährdung. Ihr Widerstand blieb erfolglos.

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13
«Frühreif und ungezogen»
Heimplatziert und administrativ versorgt

Junge Frauen, die frech auftraten, auffällig gekleidet waren und «Umgang mit Burschen» pflegten, konnten um 1950 die Aufmerksamkeit der Behörden auf sich ziehen.

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14
Heinrich Bosshard, geb. 1906
Administrativ heimplatziert

Heinrich Bosshard hatte angeblich Schwierigkeiten in der Schule. Mit zehn Jahren wurde er in eine Anstalt versetzt und blieb bis an sein Lebensende versorgt.

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15
Peter Kunz, 
geb. 1911
Administrativ versorgt

Der Mann galt als «Säufer» und «liederlicher Kerl». Bis zu seinem 46. Lebensjahr wurde er in sechs verschiedenen Anstalten behandelt und versorgt.

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16
Mädchenheim «Dorinastift»
Nacherziehung junger Frauen

Arbeit, Gehorsam und Züchtigung prägten das Leben im Mädchenheim in Stäfa. Hinweise der Mädchen auf Missstände blieben meist folgenlos.

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17
Ida Saaner, geb. 1916
Zwangseingewiesen und -operiert

Eine psychiatrische Diagnose hatte für Ida Saaner mehrere Klinikaufenthalte und eine Hirnoperation zur Folge. Sie musste für den Rest ihres Lebens betreut werden.

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18
Arbeiterinnenheim Trümpler
Fabrikheim unter Ordensschwestern

Die Fabrikarbeiterinnen in diesem Heim arbeiteten rund um die Uhr. Lehnten sie sich gegen die strengen Bedingungen auf, drohte ihnen eine Versetzung oder Entlassung.

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19
Josef Quaderer, 
geb. 1907
Administrativ versorgt

Josef Quaderer wurde während knapp zwanzig Jahren fünf Mal versorgt, da er finanziell von der Gemeinde Rheinau abhängig war.

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20
Waisenhaus Stäfa
Gemeindeeigene Erziehungsanstalt

Im Waisenhaus Stäfa bestimmten Arbeit, Kontrolle und Ausgrenzung den Alltag der Kinder. Viele stammten aus armen, aber nicht elternlosen Familien in Stäfa.

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21
Zürcherische Pflegeanstalt für geistesschwache bildungsunfähige Kinder
Versorgung wegen Geistesschwäche

Auf Antrag einer Lehrperson konnten Schulkinder in die «Zürcherische Anstalt für geistesschwache bildungsunfähige Kinder» eingewiesen werden.

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22
Mathilde Bold, 
geb. 1902
Bevormundet und fremdplatziert

Der Streit um Mathilde Bold zeigt, wie ein Mädchen zwischen Vormund, Mutter und Behörden hin- und hergezerrt wurde.

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23
Kinderheim von «Fräulein Neukomm», Uster
Ein privates Kinderheim

Das privat geführte Kinderheim der Schwestern Neukomm in Uster diente der Erziehung von Kindern aus angeblich schlechtem Milieu.

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